Schule von Chartres

Westfassade der Kathedrale von Chartres

Der Begriff Schule von Chartres wird in zwei Bedeutungen verwendet:

  • Zum einen ist die Domschule in Chartres gemeint, die als Ausbildungsstätte für Kleriker schon im Frühmittelalter bestand und im 11. und 12. Jahrhundert dank hervorragender Lehrer eine Blütezeit erlebte.
  • Zum anderen versteht man darunter eine Gruppe von überregional einflussreichen Gelehrten der frühen Scholastik, die bestimmte Interessen und philosophisch-theologische Überzeugungen teilten, darunter vor allem einen ausgeprägten Platonismus, und somit eine geistesgeschichtliche Strömung bildeten, die einen rational bestimmten Humanismus gegenüber der bisherigen Autoritätengläubigkeit vertrat.

Meist verwendet man den Begriff im zweiten Sinn, welcher jedoch problematisch und umstritten ist. Meinungsverschiedenheiten bestehen darüber, inwieweit sich die angenommene Strömung anhand konkreter Merkmale von anderen Richtungen abgrenzen lässt, wie originell ihre Lehren waren und in welchem Ausmaß der traditionell unterstellte Lokalbezug zu Chartres tatsächlich bestand.


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